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  • Teresa Kotter

#Coronaeltern - Über den Umgang mit Ängsten und Sorgen

Unsicherheit, Angst, Traurigkeit, Überlastung, Sorge, Stress, Einsamkeit... so vieles lastet auf uns in diesen Zeiten.

Das Sicherheitsgefühl ist mehr oder weniger stark beeinträchtigt. Sei es aus Angst um Angehörige, aus finanzieller Not oder aus Überlastung durch Wegfall von Kinderbetreuung, Homeschooling oder Homeoffice. Manchmal alles auf einmal. Und noch viel mehr.

Die Zukunft ist nicht mehr planbar wie gewohnt. Sozialkontakte können Angst machen. Gerade als Eltern wollen wir unsere Kinder vor allem beschützen. Und auf einmal ist da ein schwer greifbarer, angsmachender Virus, der unser Leben beeinflusst. Und auch das Leben unserer Kinder. Was ist der richtige Umgang damit? Wie schaffen wir es, dass die Sorgen nicht Überhand nehmen? Wie gestalten wir unseren Alltag in diesen besonderen Zeiten?

Gefühle anschauen

Es ist wichtig, sich mit den eigenen Gefühlen auseinander zu setzte und ihnen Raum zu geben. Vielleicht indem man Tagebuch schreibt, mit seinen Liebsten darüber spricht, oder mit den Sorgen einen Spaziergang macht. Denn all diese Gedanken sind berechtigt und brauchen ihren Raum. Zu groß sollte dieser allerdings nicht werden.

Wenn wir unsere Gefühle verdrängen wirken sie unterbewusst und werden ggf lauter, um gehört zu werden.

Manchmal stecken auch noch weitere, stärkere Gefühle unter der Angst, wie beispielsweise eine große Traurigkeit. Oder wir kommen in Berührung mit unseren Urängsten. Schaut gut auf euch und darauf, wann ihr ggf Unterstützung von außen braucht. Manchmal reichen schon ein oder zwei Termine mit einem Profi um sich wieder zu stabilisieren.


Und wenn die Gedanken anfangen zu kreisen, kann man diese liebevoll stoppen, ihnen mitteilen dass man sie gesehen hat, aber das jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist. Und dann ins Hier und Jetzt zurück kehren. Auf den Atem achten.

Oder, Trick meine Großmutter: sehr achtsam ein Stück bittere Schokolade essen. Damit wurde sie glückliche 105 Jahre alt.


Umgang mit der Informationsflut

Durch die moderne Medien werden wir ständig mit neuesten Informationen konfrontiert. Wichtig ist dabei, auf offizielle Informationsquellen zu vertrauen und die Vertrauenswürdigkeit von Informationen zu überprüfen, insbesondere bevor wir diese weiterleiten.

Eine ständige Auseinandersetzung mit diesen Themen ist wenig hilfreich, wir laufen Gefahr, dass sich nur noch dieses Angst-Thema in den Fokus unseres Alltags schiebt. Manchmal macht es Sinn sich hier selbst Grenzen zu setzen oder Zeiträume dafür festzulegen um immer wieder etwas Abstand zum Geschehen zu bekommen. So, dass wir das Gefühl haben, gut über die aktuelle Lage informiert zu sein, aber der Fokus auf den Beziehungen im Alltag ausgerichtet ist. Gerade auch Kinder brauchen Eltern, die ihnen zugewandt sind in dieser Zeit. Zuwendung, Beziehung und Bindung geben den Kindern ein Gefühl von Sicherheit, das sie jetzt besonders benötigen.

Mit Kindern sprechen Auch im Gespräch mit unseren Kindern brauchen unsere Gefühle ihren Platz. Denn Kinder haben sehr feine Antennen für das Befinden ihrer Eltern. Kinder spüren unsere Ängste. Auch wenn wir sie nicht aussprechen, stehen sie im Raum und umgeben uns. Sie können sich auf unsere Kinder übertragen, ohne dass sie diese wirklich verstehen oder begreifen können. Meist hilft es ihnen, zu wissen was los ist. Auf kindgerechte Weise, ohne ihnen Angst zu machen. "Ich bin ich gerade angespannt weil..., aber du musst das nicht sein." Und unsere Kinder brauchen, ebenso wie wir, die Möglichkeit ihre eigenen Sorgen und Gedanken zu äußern. Denn meist bekommen sie sehr viel mehr mit, als wir denken. Beispielsweise im Kindergarten, in der Schule oder in den Medien. Es ist wichtig, altersangemessen darüber zu sprechen und Kinder nicht mit ihren Ängsten alleine zu lassen. Kinder brauchen Unterstützung, Solidarität und Trost. Wir Eltern können unseren Kindern durch unsere Bindung einen Schutzraum zusichern, ihnen auch durch Kuscheln, Zoben oder schönes Zusammensein Geborgenheit und Halt geben.

Einrichten mit dem Status quo

Und dann kann es helfen, anzunehmen was ist. Was wir nicht ändern können. Zu schauen wie wir einen guten Umgang damit finden können. Eine konkrete Auseinandersetzung mit den Fragen, die uns untreiben, macht uns handlungsfähig und ermöglicht es unserer Angst aktiv entgegen zu treten. Auf welche Ressourcen können wir zurückgreifen? Wie können wir uns vernetzen? Was könnte uns jetzt helfen? Das ist für den einen die Biokiste, für andere ein Trapez im Wohnzimmer oder regelmäßige Onlinetreffen. Hier sind die Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Und wichtig sind dabei nicht nur die Kinder, sondern auch wir selbst. Was tut uns persönlich gut, um diese Zeit zu überstehen? Gerade jetzt ist #selbstfürsorge besonders wichtig. Nehmt euch wenn möglich Zeit für ein Bad, einen Spaziergang oder eine Meditation. Bucht einen online Yogakurs oder gönnt euch edle Schokolade. Was immer euch gut tut. Gebt neuen Optionen Raum. Machmal kommt Unterstützung von ungeahnter Seite. Oder es tun sich neue Möglichkeiten auf. Ihr entdeckt neue Seiten an euch oder eurem Partner. Oder neue Lieblingsorte oder Hobbies.


Achtsamkeit Nicht alles ist schlecht. Bestimmt bringen auch diese besonderen Zeiten etwas Gutes mit sich. Und sei es ein achtsamer Blick auf das was wir haben. Eine Freude am Moment. Denn die Sonne scheint nach wie vor strahlend schön.

Vielleicht habt ihr Lust mit dem Meditieren zu beginnen? Das kann sehr zu einer achtsamen Haltung und einem Bewusstsein für die eigenen Gedanken verhelfen. Hierfür gibt es auch tolle Apps.


Im Moment zu sein ist eine sehr wirkungsvollste Waffe gegen die Angst. Konzentriert euch auf euren Atem, spürt in euren Körper oder zählt bist zehn und lasst die Gedanken ziehen. Öffnet euch für das Gute in eurem Leben und achtet bewusst auch auf die kleinen Dinge die euch Freude bringen.

Kinder sind da übrigens die besten Lehrmeister, sie sind fast immer im Moment und voller Neugier, Freude und Faszination für all das was sie umgibt.

Grenzen Und dann kommt es auch vor, das uns einfach alles zuviel ist. Das gut gemeinte Tipps und Ratschläge nicht mehr helfen. Alkohol, Medikamente oder Drogen sind leider auch wenig hilfreich. Sondern bringen weitere Probleme mit sich.

Wenn ihr merkt, dass euch die Situation überfordert, wenn es zu Gewalt in der Familie kommt, ihr nicht mehr schlafen könnt oder ihr in eine Depression zu rutschen droht: sucht euch professionelle Hilfe. Ihr müsst da nicht alleine durch und es ist keine Schande sich Unterstützung zu holen. Im Gegenteil, ihr tut damit nicht nur euch selbst, sondern auch euren Angehörigen etwas Gutes.

Ich wünsche euch viel Kraft und alles Liebe und Gute für diese besondere Zeit!

Gerne stehe ich euch bei Bedarf zur Seite.




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